Beiheft in Planung: Transatlantische Aufklärung (A. Roselli u. H. Schlieper)

Beihefte, Beiträge, Französisch, Portugiesisch, Spanisch

Antonio Roselli und Hendrik Schlieper, Hrsg., Transatlantische Aufklärung: Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert, Romanische Studien: Beihefte (München, Akademische Verlagsgemeinschaft München, in Vorbereitung).

Zum Buch

Der atlantische Raum etabliert sich im 18. Jahrhundert endgültig als ‚Verkehrsraum‘, der durch eine einzigartige Zirkulation von Waren und Wissensformen geprägt wird. Diese Zirkulation betrifft nicht zuletzt das sozialhistorische und kulturelle Phänomen der Aufklärung und deren zentrale Konzepte der Identität und Alterität: Fokussiert man den transatlantischen Raum, so wird es zunehmend schwieriger, von einem monolithischen Aufklärungsnarrativ auszugehen; stattdessen wird eine Entgrenzung von ‚Eigenem‘ und ‚Anderem‘ deutlich, die neue Zentren und neue Dynamiken, blinde Flecke und Widersprüche der Aufklärung gleichermaßen erkennbar werden lässt. Daraus folgt indes nicht eine grundsätzliche Absage an den Begriff der ‚Aufklärung‘, sondern vielmehr dessen Pluralisierung – bis hin zur Rede von verschiedenen Aufklärungen mit jeweils eigenen Ansätzen kultureller Transformation. Ebendiesen Ansätzen widmen sich die einzelnen Beiträge des interdisziplinär ausgerichteten Schwerpunktheftes, indem sie Erfahrungen von Identität und Alterität im Kontext einer transatlantischen Aufklärung nachgehen.

Vorgesehene Beiträge:

Antonio Roselli und Hendrik Schlieper (Paderborn), „Einleitung“

Pierino Gallo (Clermont-Ferrand), „Colonialism and Philosophy in the Histoire des deux Indes: Raynal’s reflections on the Spanish Conquest of America“

Alessandro Bonvini (Salerno), „A ,new dispute‘ on the New World: Latin America through the Malaspina shipment (1789-1794)“

María del Carmen Marrero Marrero (La Laguna), „Contradicciones del espíritu ilustrado en la Francia de las Luces: la Société des Amis des Noirs

Susanne Greilich (Regensburg), „Jenseits der Gewissheiten: das Wissen über das amerikanische ‚Andere‘ als Herausforderung und Motivator der Aufklärung“

Michael Hofmann (Paderborn), „Yarico, Pocahontas, Malinche: das Phantasma der indianischen Frau zwischen Aufklärung und Postkolonialismus“

Fabienne Imlinger (München), „Menschenströme und Schriftverkehr: Sklaven schreiben“

Heinrich Klingmann (Paderborn), „Kreolisierung als Aufklärung? Musikalische Transformationsprozesse zwischen Frankreich, Santo Domingo und Kuba“

Fernando Nina (Mainz), „Die inkludierende Vernunft: Emergenz, Delimitation und Konstitution des amerikanischen Denkens im 18. Jahrhunderts“

Johannes Schlegel (Würzburg), „‚And in the red clouds rose a Wonder o’er the Atlantic sea‘: Mythos, Materialität und Aufklärung bei William Blake“

Hendrik Schlieper (Paderborn), „Identität und Schrift in Françoise de Graffignys Lettres d’une Péruvienne

Paul Strohmaier (Trier), „Luxus und égalité: zu einer transatlantischen Ambivalenz der französischen Lumières (Voltaire, Raynal)“

Antonio Roselli (Magdeburg), „Transatlantische Trauer: Lévi-Strauss’ Rousseau-Lektüre“

 

Ill.: Sklaverei in Brasilien, Jean-Baptiste Debret

Offline lesen:

Kommentar verfassen