Beiheft 8 erschienen: Parallelgesellschaften (Biersack, Hiergeist, Loy)

Beihefte, Beiträge, Französisch, Italienisch, Spanisch

Martin Biersack, Teresa Hiergeist und Benjamin Loy, Hrsg., Parallelgesellschaften: Instrumentalisierungen und Inszenierungen in Politik, Kultur und Literatur, Romanische Studien: Beihefte 8 (München: Akademische Verlagsgemeinschaft München, 2019), 200 Seiten.

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Ab sofort frei zugänglich als digitale Open Access-Publikation.

Im Zuge der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaften in der Moderne, der Globalisierung und der mit ihr einhergehenden gestiegenen Mobilität, der Digitalisierung und der Singularisierung von Identitäten nimmt die soziale Heterogenität zu und es bilden sich verstärkt ‚Paragesellschaften‘ heraus – Gruppierungen, die sich lokal, institutionell und kulturell von einer diskursiv konstruierten ‚Mehrheitsgesellschaft‘ distanzieren oder unterscheiden. Anhand der Analyse fiktionaler und faktualer Texte lotet der interdisziplinäre Sammelband die kulturellen Funktionen und imaginativen Potenziale solcher ‚Gesellschaften in der Gesellschaft‘ aus und sondiert die Übertrag- und Anwendbarkeit des Konzepts der ‚Parallelgesellschaft‘ auf historische Kontexte seit der Frühen Neuzeit.

Inhaltsverzeichnis

Martin Biersack, Teresa Hiergeist, Benjamin Loy, „Das Leben der Anderen: historische, soziologische und narrative Dimensionen paralleler Sozialität“, 5–18

Simona Oberto, „Jüdische Alterität an der Schwelle zur Renaissance: Jehudah Abravanels Klage gegen die Zeit (Telunah al ha-Zeman, 1503-1504)“, 19–38

Martin Biersack, „Law of Domicile? Die Bedeutung der Integration für die Steuerung von Migrationsprozessen im kolonialen Spanisch-Amerika“, 39–52

Joël Graf, „Protestantische Ausländer im frühneuzeitlichen Spanisch-Amerika: eine ‚Parallelgesellschaft‘?“, 53–60

Rike Bolte, „Uchronischer (Zeiten-)Schlaf, „rêve lucide“: geträumte Vernunft in Louis-Sébastien Merciers ‚L’an deux mille quatre cent quarante‘“, 61–82

Bernhard Chappuzeau, „Zwischen Ritual und Impuls: individuelle Grenzerfahrung in mennonitischen Kleingesellschaften in Mexiko und Kanada“, 83–98

Paul Strohmaier, „Die Gesellschaft und ihr Double: Balzacs ‚Histoire des Treize‘“, 99–114

Lisa Magdalena Quaas, „Die Allegorie einer Narko-‚Parallelgesellschaft‘ in Mexiko: Yuri Herreras ‚Trabajos del Reino‘ (2004)“, 115–128

Teresa Hiergeist, „Doing banlieue: politische, mediale und literarische Konstruktionen und Dekonstruktionen des Vorstadtdiskurses im Gegenwartsfrankreich“, 129–146

Stephanie Béreiziat-Lang, „L’alphabet convient aux peuples policés“: Schrift und Anti-Moderne bei Boualem Sansal und Michel Houellebecq“, 147–162

Markus Alexander Lenz, „‚Parallelgesellschaft‘ der Retrospektive oder Klassenbewusstsein des Außenseiters? Didier Eribons ‚Retour à Reims‘ und Édouard Louis’ ‚En finir avec Eddy Bellegueule‘“, 163–178

Benjamin Loy, „Ordnungsrufe: Formen und Funktionen „reaktionärer“ Diskurse im französischen Essay der Gegenwart“, 179–196

 

Ill.: Andrew E. Larsen, Containing the Sky

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